Urlaub, der zu Ihnen kommt
Urlaub, der zu Ihnen kommt

Richtlinie EU 2015/2302

Drittes Gesetz zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften

 

unter dem obigen Link können Interessierte den ausführlichen Text auf den Seiten des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz nachlesen

 

Und für alle, die lieber schauen als lesen:

EU-Reiserecht
Erklärfilm des DRV
EU-Reiserecht.mp4
MP3-Audiodatei [10.0 MB]

 

Umstritten, in aller Munde, verwirrend - die neue Reiserichtlinie wird von vielen Seiten kritisiert: Verbraucherverbände, Reisebüros, Reiseveranstalter.... Auch wir finden, dass hier jahrelang an einer Verordnung "gestrickt" wurde, die eigentlich den Verbraucher schützen sollte, dessen Rechte aber eher verschlechtert hat und eigentlich nur jede Menge Verwaltungsaufwand bedeutet. Es müssen Merkblätter bereit gestellt, den interessierten Kunden übermittelt und erläutert werden, Sie sollten sich diese natürlich genau durch lesen und Ihre Fragen (die aufgrund der Komplexität durchaus auftauchen werden) stellen und natürlich beantwortet erhalten...... man fragt sich, wann es um die eigentlichen Interessen von Kunden und Reisebüros geht: nämlich Ihre schönsten Wochen des Jahres zu besprechen und verwirklichen. Diese Einschätzung stellt natürlich nur unsere Sichtweise dar, allerdings wird diese von sehr vielen Betroffenen geteilt.....

 

Um wenigstens etwas Licht in den "EU-Bürokraten-Dschungel" zu bringen, erläutern wir Ihnen nachstehend die wichtigsten Punkte:

 

Zuerst das Positive: das neue Reiserecht gilt nunmehr EU-weit einheitlich, d.h. falls jemand eine Reise eines "ausländischen" Anbieters bucht (z. B. die Radtour eines niederländischen Anbieters etc. etc.) hat er vergleichbare Rechte wie bei Buchung eines deutschen Anbieters. Der Gerichtsstand darf allerdings weiterhin gem. den Bedingungen des Veranstalters festgelegt werden, sowie das jeweilige Länderrecht zur Vertragsgrundlage erklären (wobei der Kunde damit nicht schlechter gestellt werden darf, als bei Anwendung deutschen Rechts).

 

Weiterhin wurden die Reklamationsfristen verlängert: bislang hatte man 4 Wochen Zeit, seine Ansprüche an zu melden, diese Verjährungsfrist wurde nunmehr auf 2 Jahre erhöht. Reisesbüros sind nunmehr verpflichtet, die Reklamation entgegen zu nehmen und an den Veranstalter weiter zu leiten. Gute Reisebüros haben dies bislang ohnehin so gehandhabt, das nur am Rande.

Hinsichtlich Stornierung und Rücktritt hat sich nichts Wesentliches geändert, mit Ausnahme der Rückreise aufgrund "aussergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort":  Veranstalter müssen künftig die Mehrkosten eines verzögerten Rückfluges tragen, wenn z. B. eine Vulkanausbruch die Rückreise bedroht. Veranstalter müssen über geltende Einreisebestimmungen/Gesundheitsvorschriften informieren (auch dies haben bislang nahezu alle deutschen Reiseveranstalter getan).

 

Bei Buchung von Pauschalreisen muss weiterhin der Sicherungsschein (Absicherung von Kundengeldern) ausgehändigt werden, der Veranstalter haftet wie bisher für die ordnungsgemäße Erbringung von Leistungen.

 

Neu ist die sog. verbundene Reiseleistung: bucht ein Reisebüro diverse Einzelleistungen über verschiedene Leistungsträger (z. B. Flug mit Lufthansa, Mietwagen von Avis, Hotel über TUI etc. (vorausgesetzt die Buchung der einzelnen Teilleistungen erfolgt innerhalb 24 Stunden) und berechnet dies dem Kunden als Reisebüro-Inkasso  in einer Rechnung (d.h. das Reisebüro kassiert den gesamten Reisepreis als Paket - bei Zahlung an die jeweiligen Leistungsträger ändert sich weiterhin nichts), gilt das Reisebüro als Veranstalter und muss einen Sicherungsschein aushändigen. Ferner haftet es als Veranstalter.

 

Dieser Passus wurde in erster Linie "erfunden", um Kundenrechte insbesondere bei Buchung über online-Anbieter zu stärken - diese werden an der bisherigen Praxis getrennter Rechnungen nichts ändern (z. T. auch gar nicht machbar, das sei fairerweise gesagt) und bedeutet für "normale" Reisebüros einfach nur einen erheblichen Mehraufwand - auch hier: unsere Meinung .....

 

Bei Einzelleistungen (z. B. dem Kauf eines Flugtickets) gelten wie bisher die Bestimmungen/AVBs des jeweiligen Anbieters.

 

Reisebüros sind verpflichtet, bereits bei konkreten Buchungsanfragen alle entsprechenden Merkblätter zu übermitteln und dies zu dokumentieren.

 

Die Fristen, innerhalb welcher Veranstalter Reisepreise erhöhen dürfen, wurden - gegenüber bisherigem deutschen Recht (nachträgliche Erhöhung um bis zu 5 % sofern zwischen Buchung und Abreise mindestens 4 Monate liegen) deutlich verschlechtert: nunmehr können Erhöhungen bis 20 Tage vor Abreise 8 % betragen, selbst höhere Zuschläge sind erlaubt, allerdings müssen die Veranstalter dann den entsprechenden Aufpreis nachweisen.

 

Bislang fiel die Vermittlung von Ferienwohnungen über Veranstalter (z. B. Buchung eines Bungalows an  der Adria über DERTOURS etc.) unter das Pauschalreiserecht - dies entfällt nunmehr. Allerdings haben sehr viele deutsche Veranstalter bereits angekündigt, an der bisherigen Praxis im Sinne der Kunden nichts zu ändern und weiterhin einen Sicherungsschein aus zu händigen.

 

Es wurde wieder versäumt - von Reisebüros und Verbraucherverbänden seit vielen Jahren gefordert - Fluggesellschaften mit einer Insolvenzabsicherung in die Pflicht zu nehmen. Stichwort der jüngsten Vergangenheit: Pleite der Air Berlin - Kunden gingen hier völllig leer aus. Auch Tagesreisen bis 500 € wurden aus dem neuen 'Schutz' heraus genommen.

 

Unser persönliches Fazit: viel Schatten, wenig Licht, aber die EU hat wieder einmal klar gemacht, wozu sie (un-)fähig ist!

 

Aufgrund der neuen Versicherungsrichtline (23.03.2018) und der Datenschutzverordnung (25.05.2018) erhalten Kunden also nunmehr nicht nur eine Reisebestätigung (incl. der ohnehin bisher erforderlichen AVBs etc.), nein es kommen noch die entsprechenden Informationen zur Versicherung (im besten Fall "nur" 4 Seiten), dem Datenschutz sowie die Verbraucherinformationen zur EU-Reiserichtlinie dazu - freuen Sie sich also künftig auf "viel Papier" und bedenken Sie, wir Ihnen all das nicht schicken, weil wir Spaß daran haben, Ihren Mailaccount oder Briefkasten zu füllen (wir hätten durchaus anderes zu tun), sondern schlichtweg verpflichtet sind, Ihnen all das zukommen zu lassen.

 

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